veröffentlicht in Wissenswertes am 17.06.2026

Von der Schule in Lehre oder Studium: Was sich finanziell ändert und worum sich Eltern und Jugendliche jetzt kümmern müssen

Der Wechsel von der Schule in die Lehre oder ins Studium ist nicht nur ein großer persönlicher Schritt, sondern auch ein finanzieller Einschnitt. Für Jugendliche beginnt oft der erste eigene Umgang mit Geld, während Eltern sich fragen, was weiterhin von ihnen getragen werden muss und welche staatlichen Hilfen jetzt möglich sind. Wer die wichtigsten Regeln kennt, kann Geld besser planen, Förderungen rechtzeitig beantragen und unnötige Fehler vermeiden.

Was ändert sich finanziell beim Start in Ausbildung oder Studium?

Mit dem Ende der Schulzeit verschieben sich viele Kosten und Zuständigkeiten. In der Schule wurden Fahrten, Lernmittel oder Versicherungsfragen oft automatisch mitgedacht. In Ausbildung oder Studium muss vieles selbst organisiert werden. Dazu gehören Miete, Fahrtkosten, Lernmaterial, Krankenversicherung, Strom, Internet, Arbeitskleidung und eventuell sogar Umzugskosten.

Besonders wichtig ist: Nicht jeder junge Mensch hat sofort ein eigenes Einkommen, und nicht jede Finanzierung läuft gleich. Eine duale Ausbildung bringt meist ein Gehalt mit sich, ein Studium dagegen oft nur begrenzte oder gar keine laufenden Einnahmen. Dadurch unterscheiden sich die finanziellen Modelle deutlich.

Was müssen Eltern jetzt wissen?

Viele Eltern unterstützen ihre Kinder in der Übergangszeit weiterhin finanziell. Das ist oft sinnvoll, besonders wenn noch keine volle eigene Existenzsicherung möglich ist. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie lange Unterhalt gezahlt werden muss und welche staatlichen Leistungen Vorrang haben.

Eltern sollten prüfen:

  • Ob das Kind weiterhin Kindergeld erhält.
  • Ob BAföG, Ausbildungsvergütung oder ein Stipendium beantragt werden kann.
  • Ob Unterhaltsansprüche bestehen.
  • Ob das Kind über die Familienversicherung abgesichert bleiben kann.
  • Welche Kosten für Wohnung, Mobilität und Ausbildung anfallen.

Wichtig ist dabei: Eltern müssen nicht automatisch alles allein tragen. Je nach Ausbildungsweg und Förderlage können staatliche Leistungen einen erheblichen Teil der Kosten abfedern.

Wie lange gibt es Kindergeld?

Kindergeld kann auch nach dem Schulabschluss weitergezahlt werden, wenn das Kind sich in Ausbildung, Studium oder auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz befindet. Entscheidend ist, dass eine anerkannte Ausbildung vorliegt oder ernsthaft angestrebt wird.

In vielen Fällen wird Kindergeld bis zum 25. Geburtstag gezahlt, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Wer zwischen Schule und Studium oder Ausbildung eine kurze Übergangsphase hat, sollte die Fristen genau im Blick behalten.

Wichtig für Eltern und Jugendliche:

  • Kindergeld muss nicht immer neu erfunden werden, aber die Familienkasse braucht korrekte Angaben.
  • Ein Wechsel von Schule zu Ausbildung oder Studium sollte rechtzeitig mitgeteilt werden.
  • Bei einem Auslandsaufenthalt oder Praktikum gelten besondere Regeln.

Was verdient man in der Ausbildung?

In einer dualen Ausbildung erhalten Jugendliche in der Regel eine Ausbildungsvergütung. Diese steigt oft mit jedem Lehrjahr. Die Höhe hängt vom Beruf, dem Betrieb und dem Tarifvertrag ab.

Typische Fragen dazu sind:

Reicht die Ausbildungsvergütung für das Leben?

Oft nicht vollständig, vor allem bei einer eigenen Wohnung oder in teuren Städten. Deshalb müssen viele Azubis zusätzlich auf Unterstützung durch Eltern, Wohngeld, Berufsausbildungsbeihilfe oder andere Hilfen setzen.

Wo beantragt man Hilfe?

Die wichtigsten Anlaufstellen sind:

  • Agentur für Arbeit.
  • Jobcenter.
  • Familienkasse.
  • Krankenkasse.
  • BAföG-Amt.
  • Stipendiengeber.
  • Jugendberatungsstellen.
  • Studierendenwerk.
  • Sozialberatung vor Ort.

Was kostet ein Studium?

Ein Studium bringt oft andere finanzielle Belastungen mit sich als eine Ausbildung. Zwar gibt es keine monatliche Ausbildungsvergütung, dafür fallen je nach Stadt und Lebenssituation Kosten für Miete, Semesterbeiträge, Lernmittel und Lebenshaltung an.

Typische Kosten im Studium:

  • Miete oder Wohnheim.
  • Semesterbeiträge.
  • Bücher, Laptop, Software.
  • Krankenversicherung.
  • Lebensmittel.
  • Verkehrsmittel.
  • Freizeit und Alltag.

Je nach Wohnort können die monatlichen Gesamtkosten deutlich variieren. In Großstädten ist die Wohnkostenfrage oft der größte Posten.

Erste Wohnung oder Umzug: Was ist zu beachten?

Der Umzug in eine neue Stadt ist für viele Jugendliche ein großer Schritt. Wer für Ausbildung oder Studium auszieht, braucht meist eine Erstwohnung, ein Zimmer im Wohnheim oder eine WG.

Wichtig ist, frühzeitig zu planen:

  • Wohnungssuche rechtzeitig beginnen.
  • Mietvertrag genau prüfen.
  • Kaution einplanen.
  • Möbel und Erstausstattung kalkulieren.
  • Ummeldung beim Einwohnermeldeamt erledigen.
  • Strom, Internet und Rundfunkbeitrag beachten.
  • Versicherungen anpassen.

Gerade die Wohnungseinrichtung kostet oft mehr, als man zuerst denkt. Bett, Schreibtisch, Schrank, Lampen, Küchensachen und kleine Alltagsgegenstände summieren sich schnell. Viele Jugendliche profitieren von Möbelspenden, Kleinanzeigen, Familienhilfe oder geförderter Erstausstattung.

Wer hilft bei der Erstausstattung?

Je nach Situation kann es Unterstützung geben, etwa durch:

  • Eltern.
  • Freunde und Familie.
  • Sozialleistungen.
  • Stiftungen.
  • Umzugshilfen.
  • Wohnheime mit möblierten Zimmern.
  • Gebrauchtmöbelmärkte.

Wer wenig Geld hat, sollte früh fragen, welche Leistungen im Einzelfall möglich sind. Besonders bei jungen Menschen mit Ausbildungsstart oder Leistungsbezug können zusätzliche Hilfen infrage kommen.

BAföG: Wer bekommt es und wo wird es beantragt?

BAföG ist eine wichtige staatliche Förderung für viele Studierende und in bestimmten Fällen auch für Schülerinnen und Schüler. Es soll dabei helfen, die Ausbildung oder das Studium unabhängig von der finanziellen Lage der Eltern zu ermöglichen.

Wichtig ist:

  • BAföG wird nicht automatisch gezahlt.
  • Der Antrag muss aktiv gestellt werden.
  • Zuständig ist je nach Bildungsweg das jeweilige BAföG-Amt oder Studierendenwerk.
  • Höhe und Anspruch hängen vom Einkommen der Eltern, vom eigenen Einkommen und vom Wohnort ab.

Viele Jugendliche fragen sich:

Muss BAföG zurückgezahlt werden?

Teilweise ja. Beim Studien-BAföG ist in der Regel ein Teil als Zuschuss und ein Teil als zinsloses Darlehen ausgestaltet. Andere Förderformen können abweichen.

Wann sollte man BAföG beantragen?

Möglichst früh. Wer zu spät beantragt, verschenkt oft Geld oder muss längere Wartezeiten in Kauf nehmen.

Was ist Ausbildungsbeihilfe?

Für Auszubildende kann die Berufsausbildungsbeihilfe eine wichtige Unterstützung sein. Sie kommt vor allem dann infrage, wenn die Ausbildungsvergütung nicht reicht oder wenn der Ausbildungsort zu weit vom Elternhaus entfernt ist.

Sie wird in der Regel bei der Agentur für Arbeit beantragt. Entscheidend sind unter anderem:

  • Art der Ausbildung.
  • Wohnsituation.
  • Entfernung zum Elternhaus.
  • Einkommen des Jugendlichen und teilweise der Eltern.

Auch hier gilt: Frühzeitig prüfen, ob ein Anspruch besteht.

Stipendium: Eine oft unterschätzte Möglichkeit

Viele denken bei Stipendien nur an Hochbegabte oder Spitzenleistungen. Tatsächlich gibt es aber sehr unterschiedliche Stipendienmodelle. Manche fördern gute Noten, andere soziales Engagement, besondere Lebenswege, bestimmte Fachrichtungen oder einen Migrationshintergrund.

Ein Stipendium kann besonders attraktiv sein, weil es oft finanzielle Förderung und ideelle Unterstützung kombiniert. Zuständig sind je nach Programm Stiftungen, Verbände, Hochschulen oder private Förderer.

Krankenversicherung, Haftpflicht und weitere Versicherungen

Mit dem Start in Ausbildung oder Studium ändern sich häufig auch die Versicherungsfragen. Jugendliche sollten klären:

  • Bin ich noch familienversichert?
  • Muss ich mich selbst krankenversichern?
  • Brauche ich eine private Haftpflichtversicherung?
  • Bin ich über meine Eltern noch mitversichert?
  • Was passiert bei Werkstudentenjob oder Minijob?

Besonders wichtig ist die Krankenversicherung. In vielen Fällen bleibt die Familienversicherung zunächst bestehen, aber nicht unbegrenzt. Wer eigenes Einkommen erzielt oder älter wird, muss die Grenzen beachten.

Eine private Haftpflichtversicherung ist dringend zu empfehlen, weil sie im Alltag vor hohen Kosten schützen kann.

Welche Verdienstgrenzen gibt es?

Verdienstgrenzen spielen eine wichtige Rolle bei mehreren Leistungen. Dazu gehören unter anderem:

  • Familienversicherung in der Krankenversicherung.
  • Kindergeld.
  • BAföG.
  • Nebenjobgrenzen.
  • Minijob und Werkstudentenregelung.

Wer neben Ausbildung oder Studium arbeitet, sollte genau prüfen, wie viel man verdienen darf, ohne Förderansprüche zu gefährden. Die jeweiligen Grenzen ändern sich regelmäßig und sollten bei den zuständigen Stellen aktuell geprüft werden.

Nebenjob, Minijob oder Werkstudent: Was ist sinnvoll?

Viele Jugendliche wollen nebenbei arbeiten. Das kann sinnvoll sein, um Geld zu verdienen und Erfahrung zu sammeln. Allerdings sollte der Job nicht zu viel Kraft vom eigentlichen Ausbildungs- oder Studienweg abziehen.

Wichtig ist:

  • Nebenjob mit Förderregeln abgleichen.
  • Arbeitszeiten realistisch planen.
  • Lernen und Erholung nicht vernachlässigen.
  • Bei BAföG, Kindergeld und Versicherung auf Grenzen achten.

Fragen und Antworten für Jugendliche und Eltern

Muss ich in der Ausbildung noch von meinen Eltern unterstützt werden?

Das hängt von der Höhe der Ausbildungsvergütung und deinen Lebenshaltungskosten ab. In vielen Fällen reicht das Ausbildungsgehalt allein nicht aus.

Bekomme ich im Studium automatisch Geld vom Staat?

Nein. BAföG, Stipendium oder andere Hilfen müssen beantragt werden. Ohne Antrag gibt es keine Förderung.

Was ist besser: Ausbildung oder Studium?

Finanziell ist die Ausbildung oft schneller mit eigenem Einkommen verbunden. Das Studium kann später zu anderen Verdienstmöglichkeiten führen, braucht aber meist zunächst mehr finanzielle Planung.

Wer zahlt die erste Wohnung?

Das ist je nach Situation unterschiedlich. Eltern, Ausbildungsvergütung, BAföG, Berufsausbildungsbeihilfe, Stipendien oder andere Hilfen können zusammenwirken.

Muss ich mich selbst um Versicherungen kümmern?

Ja, spätestens beim Übergang in Ausbildung oder Studium sollte das geklärt werden. Vor allem Kranken- und Haftpflichtversicherung sind wichtig.

Wo bekomme ich Hilfe bei Geldfragen?

Bei der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter, dem Studierendenwerk, der Familienkasse, dem BAföG-Amt, der Krankenkasse und bei Beratungsstellen vor Ort.

Fazit

Der Übergang von der Schule in Lehre oder Studium ist finanziell ein wichtiger Neustart. Jugendliche und Eltern sollten sich frühzeitig mit Kindergeld, BAföG, Ausbildungsbeihilfe, Stipendien, Wohnkosten, Versicherungen und Verdienstgrenzen beschäftigen. Wer die Möglichkeiten kennt und rechtzeitig beantragt, schafft eine stabile Basis für die nächsten Jahre.


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Bildquelle: KI-generiert