veröffentlicht in Ausbildung, Studium, Tipps, Weiterbildung am 07.07.2025

Wenn Zweifel zur Belastung werden

Der Start in eine Ausbildung ist für viele junge Menschen ein bedeutender Schritt. Doch was tun, wenn sich schon nach kurzer Zeit Unsicherheit oder sogar Frust breitmachen? Die gute Nachricht: Du bist nicht allein. Laut Statistischem Bundesamt brechen rund 25 % aller Auszubildenden ihre Lehre vorzeitig ab. Doch woran erkennst du, ob dir deine Ausbildung wirklich nicht liegt? Und welche Möglichkeiten hast du nach einem Abbruch? In diesem Beitrag findest du fundierte Antworten, Perspektiven und Tipps zur Neuorientierung.


Teil 1: Anzeichen, dass dir deine Ausbildung nicht liegt

Nicht jede Schwierigkeit bedeutet gleich, dass die Ausbildung die falsche Entscheidung war. Dennoch gibt es Warnzeichen, die du ernst nehmen solltest:

  1. Anhaltende Unzufriedenheit: Du gehst jeden Morgen mit Bauchschmerzen zur Arbeit und zählst die Minuten bis zum Feierabend.
  2. Desinteresse am Ausbildungsinhalt: Du findest keine Motivation, dich mit den Themen der Ausbildung zu beschäftigen oder lernst nur für den Abschluss, nicht aus Interesse.
  3. Psychische oder körperliche Belastung: Die Arbeit belastet dich emotional oder gesundheitlich stark.
  4. Fehlende Entwicklungsperspektive: Du siehst in deinem Ausbildungsberuf keine Zukunft für dich oder erkennst, dass der Beruf nicht zu deinen Stärken passt.
  5. Schlechtes Betriebsklima: Ständige Konflikte, Mobbing oder fehlende Unterstützung beeinträchtigen deine Ausbildung.

Wichtig: Sprich mit Vertrauenspersonen, Ausbildern oder der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV), bevor du eine Entscheidung triffst.


Teil 2: Ausbildung abbrechen? Diese Fragen solltest du dir stellen

  • Was genau stört mich an der Ausbildung – der Betrieb, der Beruf oder die Rahmenbedingungen?
  • Habe ich meine Interessen, Stärken und Ziele vor Beginn richtig eingeschätzt?
  • Gibt es innerhalb der Ausbildung Möglichkeiten zur Veränderung (z. B. anderer Ausbildungsbetrieb, Spezialisierungen)?
  • Was wäre mein Plan nach dem Abbruch? Habe ich eine Perspektive?

Tipp: Eine Berufsberatung bei der Agentur für Arbeit oder bei einem Bildungsträger wie LVV-Bildung kann dir helfen, Klarheit zu gewinnen.


Teil 3: Ausbildung abbrechen – welche Optionen hast du danach?

Ein Ausbildungsabbruch ist kein Scheitern, sondern oft ein wichtiger Schritt zur Neuausrichtung. Folgende Möglichkeiten stehen dir offen:

1. Neue Ausbildung beginnen Nutze deine Erkenntnisse aus der ersten Ausbildung, um gezielter nach einem Beruf zu suchen, der besser zu dir passt. Nutze Online-Tests, Beratungsgespräche und Praktika.

2. Schulische Weiterbildung oder (Fach-)Abitur Du kannst eine Berufsfachschule oder ein Berufskolleg besuchen, um deine schulischen Qualifikationen zu verbessern oder neue Fachrichtungen kennenzulernen.

3. Quereinstieg in einen anderen Bereich Je nach Dauer deiner bisherigen Ausbildung und Berufserfahrung kannst du auch als Quereinsteiger in verwandte Branchen wechseln oder erste Berufserfahrungen in Nebenjobs sammeln.

4. Freiwilliges soziales Jahr (FSJ) oder Bundesfreiwilligendienst (BFD) Diese Optionen bieten dir Zeit zur Orientierung, wertvolle Praxiserfahrung und gesellschaftliches Engagement.

5. Beratung und Coaching nutzen Bildungsträger wie LVV-Bildung bieten kostenlose Orientierungsberatungen, Coachings und geförderte Bildungsangebote an. Auch eine berufliche Reha oder Umschulung kann eine Perspektive sein.


Teil 4: Ausbildungsabbruch richtig kommunizieren

Ob im Bewerbungsgespräch oder im Lebenslauf: Ein Abbruch ist kein Makel, wenn du ihn begründen kannst. Erkläre sachlich, was du gelernt hast, warum du dich neu orientierst und wie dein neuer Weg aussieht. Ehrlichkeit und Selbstreflexion werden positiv bewertet.


Fazit: Nutze deine zweite Chance bewusst

Ein Ausbildungsabbruch kann der erste Schritt zu einem Beruf sein, der wirklich zu dir passt. Wichtig ist, dass du aktiv wirst, dich beraten lässt und mutig neue Wege gehst. LVV-Bildung unterstützt dich gern dabei, deine Perspektiven zu entdecken und deinen Bildungsweg selbstbestimmt zu gestalten.

Weitere Informationen und Beratung findest du unter: www.lvv-bildung.de


Foto von nikko macaspac auf Unsplash